Gratisversand-Coupons: stark im Checkout, gefährlich für kleine Körbe
Gratisversand-Coupons wirken stark gegen Kaufabbrüche, weil Versandkosten als „unfaire“ Zusatzkosten empfunden werden. Ihre Kosten sind auf die Versandkostenhöhe gedeckelt – sie treffen aber kleine Warenkörbe überproportional und brauchen deshalb fast immer einen Mindestbestellwert.
Kalkulation
Der Versandzuschuss wirkt wie ein fixer Rabatt in Höhe der erlassenen Versandkosten. Rechne: Beitrag = Warenkorb × Beitragsquote − Versandkosten − variable Kosten. Bei einem 25-€-Warenkorb mit 35 % Beitragsquote und 4,95 € Versand bleiben rechnerisch 3,80 € vor allen weiteren Kosten – ein Mindestbestellwert ist hier Pflicht. Durchrechnen: Break-even-Rechner (Versandzuschuss-Feld) und MBW-Rechner.
Praktische Prüfpunkte
- Entlegene Regionen und Inseln: Wo reale Versandkosten deutlich höher sind, Bedingungen klar abgrenzen (Liefergebiet definieren) statt still draufzuzahlen.
- Sperrgut und Speditionsware: ausdrücklich ausschließen oder separat regeln – hier sprengt der Zuschuss jede Kalkulation.
- Retouren: Gratisversand senkt die Bestellhürde und kann die Retourenquote erhöhen; die Quote im Aktionszeitraum gesondert beobachten.
- Klare Einlösebedingungen: Mindestbestellwert, Liefergebiet und Ausschlüsse gehören sichtbar in die Aktion und in die Bedingungen.
- Google Merchant Promotions: Versandaktionen lassen sich als Promotion hinterlegen; Anforderungen und Freigabeprozess unter Merchant Center Promotions.
Dauerhaft oder als Coupon?
Ein dauerhafter Gratisversand ab Schwelle ist eine Preisentscheidung, kein Coupon – er verändert die Erwartung aller Kunden. Ein zeitlich begrenzter Gratisversand-Coupon eignet sich für Tests („senken Versandkosten unsere Abbrüche messbar?“) und saisonale Impulse. Miss die Wirkung mit einer Kontrollgruppe, bevor Du aus der Aktion einen Dauerzustand machst.